Artur Würth 22.11.2015 - NZ "Hungrige Stühlinger"

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Artur Würth 22.11.2015

die Zunft > trauert um
 
 

Beerdigung Artur Würth

Liebe Christel,
liebe Trauerfamilie,
sehr geehrte Trauergemeinde,
die Mitglieder der Narrenzunft Hungrige Stühlinger nehmen Abschied von ihrem verdienten Narr Artur Würth. Als Zunftmeister spreche ich ihnen liebe Angehörige im Namen aller Zunftmitglieder unser aufrichtiges Beileid aus.
Für Artur war die Fastnacht was ganz besonderes und hat in seinem Leben eine wichtige Rolle eingenommen. Er ist in einem wahren Narrennest aufgewachsen und so war es nicht verwunderlich, dass die Fastnacht zu einem wichtigen Bestandteil seines Lebens werden würde. Durch sein Engagement wurde er einer der wichtigsten Narren in der Anfangszeit unserer heutigen Zunft.
In unserem Buch „Lutter Narre" beschreibt Artur selbst seinen Werdegang. Vom Narrenvirus bereits im Elternhaus infiziert beobachtete er anfangs der 50er Jahre das Einholen des Narrenbaums in der Bahnhofstraße. Damals beschloss er selbst Teil dieses närrischen Treibens zu sein. Mit der Unterstützung seiner Mutter nähte er aus Stoffresten seinen ersten Lumpenhansele und nahm an seinen ersten Narrentreffen teil. Beim Narrentreffen der VSAN 1954 in Laufenburg war Artur fasziniert von den veredelten Narrenkleidern der VSAN Narrenzünfte. Aus beruflichen Gründen lebte er damals in Elzach und hat sich dort weiter inspirieren lassen. Zusammen mit seinem Bruder Werner hat dann ein neues Häs für die Stühlinger Hansele in den Farben schwarz, rot, gelb, grün und grau geschaffen. Dieses Häs mit den von Artur entworfenen Masken prägt bis heute das Bild der Narrenzunft. Artur und Werner haben der Narrenzunft Hungrige Stühlinger mit ihrer Arbeit ein Gesicht gegeben.
1956 hatte Artur die Idee eine Einzelfigur nach dem Vorbild des Elzacher Teufels zu gestalten, was er dann auch tat. Im darauffolgenden Jahr tauchten aber Nachahmer auf und Artur ließ die Idee wieder fallen. Genau 30 Jahre später konnte die Maske dieser Einzelfigur erstmals wieder in Stühlingen besichtigt werden. Artur stellte die Maske für die Ausstellung rund um das Kleggau Narrentreffen 1996 zur Verfügung.
Ich selbst lernte Artur rund um die Vorbereitungen der 60 Jahrfeier der Narrenzunft näher kennen. Die Vorstandschaft hatte es sich in den Kopf gesetzt, dem Verein ein besonderes Geschenk zu machen. Die Einzelfigur, der blau weiße Hansele, sollte zurückkehren. Für dieses Unterfangen haben sich Tobias Heigl und Artur einige Male getroffen bis Artur seine Zustimmung gab. Er wollte aber nicht, dass seine alte Maske aus dem Jahre 1956 hierfür genommen wird, da es sich bei dieser nach eigener Aussage „nur" um einen Prototyp handelt und damit noch nicht fertig ist. Er machte sich nach fast 50 Jahren erneut ans Werk, um seinen Prototyp zu beendigen. Beim Lackieren ist ihm dann ein Missgeschick passiert und die Nase ist abgebrochen, die er allerdings wieder ankleben konnte. Dies genügte aber Arturs eigenen Ansprüchen nicht und er machte sich sofort wieder an die Arbeit, um eine weitere Maske zu schnitzen. Seit dem Jahr 2013 tritt die Narrenzunft Hungrige Stühlinger so auf, wie es sich Artur 1956 bereits vorgestellt hatte. Der blau weiße Hansele wird umringt vom veredelten Lumpenhansele.
Im selben Jubiläumsjahr veranstaltete die Narrenzunft Hungrige Stühlinger eine Ausstellung im Schloß Hohenlupfen. Hier ließ es sich Artur ebenfalls nicht nehmen die Zunft zu unterstützen. Er stellte seine beeindruckende Maskensammlung zur Verfügung und zeigte den interessierten Gästen selbst seine Meisterwerke.
Lieber Artur, nun hast du deine letzte Reise angetreten und ich darf dir ehrlich sagen, dass wir dich sehr vermissen werden.
Als Zunftmeister der Narrenzunft Hungrige Stühlinger möchte ich dir heute im Namen aller Närrinen und Narren und allen Menschen die du irgendwann erfreut hast „Danke" sagen für all die schönen und lustigen Momente die wir mit dir erlebt haben.

Wir werden dein Andenken ehren und werden dich nie vergessen.
Lieber Artur ruhe in Frieden.

 
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