Röllimusik - NZ "Hungrige Stühlinger"

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D'RÖLLIMUSIK-»GUGGEMUSIK« UND STRASSENFASNET
Von Hans Peter Hupfer


Es geschah im Jahre 1962, an einem  kalten Fasnetmendigmorgen, kurz vor 6.00 Uhr. Alles hatte bisher im malerischen Lupfenstädtchen seinen gewohnten Gang genommen. Stühlingen bereitet sich auf die Feiern zum 700jährigen Bestehen vor. Leo Utz war Bürgermeister im kath. Pfarrhaus residierte Stadt Hermann Ullrich und die Gewerbeschule Stühlingen stand unter der Leitung von Gewerbeschulrat Franz Hug.  Es war an diesem Morgen, als seltsame Gestalten, in weiße Tüchter gehüllt, den Stadtweg hinaufhuschten und sich vor dem altehrwürdigen Rathaus im Städtle  versammelten. Sie hatten alte Büchsen und Topfdeckel unter die Arme gepreßt und die vor Kälte klammen Hände in die Hosentaschen gesteckt. Sie verhielten sich verdächtig still und schienen auf irgendetwas zu warten. Als dann die Rathausuhr sechsmal geschlagen hatte,  kam urplötzlich Leben in die Reihen die weißen Wunderlinge. Ruhe und Stille verwandelten sich von einem Moment zum anderen in Lärm und Aktivität. Die mitgeführten Topfdeckel, Büchsen und anderen Lärminstrumente wurden ihrer bestimmungsgemäßen Funktion zugeührt und nach Leibeskräften bearbeitet. Unter den dadurch verursachten, Ohrenbetäubenden und in ganz Stühlingen vernehmbaren Lärm mischten sich freu menschliche Laute. Die nur bruchstückhaft identifizierbaren Fetzen ließen darauf schließen, dass es sich um alte Fasnetsprüche handelte.

Das war der historische Moment, in dem die Röllimusik Stühlingen geboren wurde.
Der faszinierende Gedanke, am Fasnetmendigmorgen in der eben beschriebenen Weise über das Wutachädtchen und deren Einwohner herzufallen und auf diese Weise die Stühlinger Fasnet zu bereichern, entsprang den Gehirnen der allseits bekannten, einheimischen Bürgersöhne Franz-Josef Heim burger, Helmut Heimburger, Hans Kern,  Rainer Krügle, Volkmar Schwengle, Hans Peter Steinmann sowie Ekkehard Willin.

Wenn sich die Röllis heute die mit dem eigenen Emblem bedruckten weißen Nachthemden über den Kopf ziehen Trommeln und alte Blasinstrumen über die Schultern werfen und sich so für ihren höchsten Festtag rüsten, sind nicht nur viele Jahre vergangen.
Die Gründer von damals sind, bis auf Hans Kern und Helmut Heimburger, am Fasnetmendigmorgen - ausgenommen naürlich die Jubiläumsjahre - nicht mehr dabei. Die Gruppe hatte viele neue Mitglieder kommen und auch wieder gehen sehen. Die Röllis sind - wie es der damalige Zunftmeister Fritz Kaiser anläßlich des 15jährigen Bestehens ausdrückte - »als Guggenmusik hervorgetreten«, worauf »er und die ganze Narrenzunft schon lange gehofft hätten«.

 
 
 
 
 
 
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