Vorstellung - NZ "Hungrige Stühlinger"

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die Zunft > der blau/weiße Hansele

Zeitungsberichte:     Badische


Der blau / weiße Hansele
Tobias Heigl


Narri – Narro,

nun sind wir am Ende des offiziellen Teils des Abends angelangt.
Schon lange hab ich Euch von einem Überraschungsgast erzählt.

Nun ist es soweit.
Doch bevor wir diesen Gast begrüßen, möchte ich eine Geschichte über ihn erzählen:
Das Wichtigste was eine Zunft benötigt ist ihre Geschichte und das dazugehörige Gesicht.

Als 1953 die Narrengesellschaft „Hohenlupfen Stühlingen" gegründet wurde hatte Sie bereits beides. Die Geschichte der Zunft ist hier im Saal wohl jedem bekannt und das Gesicht…?
Was ist das Gesicht der Narrenzunft „Hungrige Stühlinger"?

Im Jahre 1950 wurden die ersten Lumpenhansele in der alten Turnhalle von Hand genäht. Dazu brauchte es nicht nur geschickte Hände, sondern auch Leute mit Ideenreichtum. Berthold Winterhalder war einer dieser Leute, die begonnen hatten, der Zunft ihr Gesicht zu geben. Vier Jahre später 1954 bekam der Hansele seine erste Maske, eine Larve aus der renommierten Elzacher Holzschnitzerei Disch.
Anfang der 60er Jahre haben die Brüder Artur und Werner Würth ein neues Häs nach dem Vorbild der Narren in Elzach entworfen. In den Farben gelb, rot, schwarz, grau und grün wurde ein Filzhäs mit jeweils fünf Einschnitten in jedes Plätzle genäht. Artur Würth hat die ersten Holzmasken geschnitzt und dabei darauf geachtet, dass jede Maske ihren eigenen Gesichtsausdruck hatte. In der Hand hat der Hansele einen Geiselzopf mit einer Saublodere, dazu getragen werden weiße Handschuhe, ein weißer Rollkragenpulli und dunkle, feste Schuhe.

Und so war er geboren, der Hungrige Stühlinger in seiner jetzigen Form. Lange Zeit fertigte Artur Würth die Maske der Hungrigen Stühlinger an, bis er dies aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben konnte. Ich kannte Artur Würth nur wenig, meist aus Geschichten meiner Eltern und einiger Zunftmitglieder, aber ich durfte ihn und sein Arbeit in den letzten Jahren näher kennenlernen.

Als ich im Jahre 2006 Zunftmeister wurde war mir eines immer wichtig: Tradition bewahren,  aber dennoch offen sein für Neues. Als ich erfuhr, dass Artur nach überstandener Krankheit wieder begonnen hatte Masken zu fertigen besuchte ich ihn in seinem jetzigen Heimatort Reckingen. Es war mir wichtig zu demjenigen Kontakt aufzunehmen der Narrenzunft ihr Gesicht in Form einer Maske gab. Voller Stolz zeigte er mir seine Werkstatt und seine beeindruckende Sammlung an Holzmasken. Der größte Teil dieser Masken zeigt das Gesicht von Narrenzünften. Ich war richtig überwältigt von der Vielzahl an Masken. Jede dieser Maske hatte eine Geschichte und jede dieser Maske erzählte mir ihre Geschichte. Wenn man sich weiter umschaute sei es im Ausstellungsraum, in der Werkstatt oder im Wohnhaus, eine Maske stach immer hervor. Mal war diese Maske klein, mal war sie nicht fertig geschnitzt, mal war sie lebendig, mal konnte man sie auf einem Foto sehen und auch wenn Sie nicht in ihrer Heimat Stühlingen war, wusste ich, hier ist die Geburtsstädte der Maske der Narrenzunft „Hungrigen Stühlinger". Vor mir stand ein , der mir sein Lebenswerk, eine beeindruckende Sammlung an Holzmasken, zeigte. Er musste hunderte Stunden seines Lebens in diese Arbeit gesteckt haben. Aber eine dieser Masken zeigte sein Herz und seinen ganzen stolz.

Artur hat mir inzwischen viel aus der Zeit erzählt als er mit seinem Bruder den Hansele entwarf. Er hatte viele Ideen einige davon hatte er umgesetzt und sind heute noch zu sehen. Ihm war es immer wichtig, dass die Maske der Hungrigen Stühlinger ein und dieselbe Geschichte erzählt, dennoch durfte eine der anderen kaum gleichen. Dieses Ziel verfolgt er noch heute und dabei trifft eines meiner Grundsätze voll zu „Traditionen bewahren und offen sein für Neues". Die Masken zeigen immer noch den Hungrigen Stühlinger, inzwischen sogar farblich.

Eine Idee die Artur hatte wurde vielleicht falsch verstanden. Vielleicht war es in den ersten Jahren der Narrenzunft auch einfach noch zu früh, vielleicht war die Zeit auch einfach noch nicht reif dafür?!? Es gibt sicher einige unter Euch die sich noch an den blau / weißen Hansele, mit Maske die Ohren und eine Karotte im Mund hatte und eine Streckschere mit aufgesteckten Karotten in der Hand trug, erinnern. Diese Maske war eine der Ideen von Artur Würth. Seine Idee war es eine Einzelfigur zu schaffen die aus den anderen herausstach. Eine Einzelfigur, wie sie bei vielen großen Zünften zu sehen ist. Dieser Narr sollte sich mit der Stadt Stühlingen und mit dem Hansele identifizieren. Das Häs war ähnlich aufgebaut wie das der Hungrigen, doch zeigte es die Farben der Stadt.  

Als wir mit der Planung des Jubiläumsjahrs 2013 begannen, hatten wir uns lange, sehr lange überlegt, in welcher Form wir diesen Geburtstag feiern möchten. Ein Narrentreffen wie 2003 war schnell vom Tisch, dennoch wollten wir etwas Besonderes machen. 60 Jahre Narrenzunft, 142 Jahre organisierte Fasnacht in Stühlingen ist schon was Besonderes. Daniel hatte die Idee eine Figur aus den Anfängen der Zunft zum Leben zu erwecken. Eine ähnliche Idee hatte ich ebenfalls. Unsere Idee sollte die Tradition bewahren, aber auch etwas Neues sein, was genau meinem Leitmotto als Zunftmeister entspricht. Gemeinsam haben wir uns diesem Projekt angenommen und kamen schnell zu einem Entschluss, der in der Vorstandschaft rege Zustimmung fand.
Um diese Idee umzusetzen brauchten wir die Hilfe von Heiko Buntru. Heiko gehört inzwischen, wie auch Artur und viele andere Personen, zu denjenigen, die der Zunft ihr Gesicht geben. 2011 kreierte Heiko nach unseren Vorgaben die neue große Zunftfahne mit allen Figuren der Stühlinger Fasnacht. Daher wussten wir, dass er genau der richtige Mann ist um unsere Idee aufs Papier zu bringen. Nachdem ich die Einwilligung von Artur für das Projekt hatte konnte Heiko ans Werk gehen. Beide dieser Künstler sind heute Abend unter uns und beide haben sich noch nie gesehen, trotzdem haben sie gemeinsam ein Werk erschaffen. Ein Werk das hoffentlich die Geschichte der „Hungrigen Stühlinger" noch viele Jahre erzählt.
Sicherlich kann sich jetzt schon ein jeder vorstellen was nun kommt und deshalb möchte ich Euch jetzt auch nicht länger auf die foltern Spannen. Hier ist das neue / alte Mitglied der Narrenzunft „Hungrige Stühlinger".  


----- Vorstellung Fahne -----

Ich hoffe wir von der Vorstandschaft haben mit unserer Idee, Euch liebe Mitglieder, eine Freude bereitet und wer weiß, vielleicht können wir dieser Zeichnung hier irgendwann einmal Leben einhauchen.  
Was mir persönlich an dieser Stelle noch sehr Wichtig ist: Dass sich jeder von Euch bewusst ist, dass nicht nur Artur mit seinen Masken und Heiko mit seinen geschickten Händen das Gesicht der Narrenzunft prägt. Es waren auch die Gründungsmitglieder unsere Zunft, die dafür gesorgt haben, dass wir alle heute Abend so zahlreich hier sitzen.

Ein jeder von Euch ist das Gesicht der Narrenzunft.


Und viele,  sehr viele unter Euch wachsen jedes Jahr über sich hinaus um das Gesicht der Narrenzunft in einem positiven Licht erscheinen zu lassen. Sei es beim Narrenbaum stellen,  bei den Bunten Abenden, bei der Organisation unseres Fasnetmendig Umzuges. Die Bändelaufhänger, die Narrenwecker, die 16 Zäche und alle Vereine die sich an der Fasnet der Hungrigen Stühlinger beteiligen. Es gibt so viele Beispiele wo ein jeder das Gesicht der Narrenzunft nach außen trägt. Deshalb müssen wir alle weiterhin so gut zusammenarbeiten damit die Zunft nicht ihr Gesicht verliert.

Nun sind wir aber endgültig am Ende des offiziellen Teils angekommen. Ich möchte mich nun von Euch verabschieden. Es hat mich und meine Vorstandschaft sehr gefreut, dass ihr heute Abend unsere Gäste seid.
Bedanken möchte ich mich nun noch bei den 3 fleißigen Damen die den Saal für uns dekoriert haben. Danke Dagmar, Anita und Silke. Den fleißigen Helfern im Service. Danke den Waldlüttle aus Eberfingen. Bei meiner Vorstandschaft die gemeinsam mit mir diesen Abend geplant haben. Danke möchte ich auch denjenigen sagen die gestern mit uns hier im Saal aufgebaut haben.

Vielleicht ist es dem ein oder andern aufgefallen, dass einige Mitglieder der Stadtmusik und der Hungrigen den Saal inzwischen verlassen haben. Sollte das noch nicht geschehen sein wird es aber langsam Zeit. Was wäre ein solcher Abend ohne die Klänge unseres Narrenmarsches und den Einmarsch unsere Hansele.

Ich sage nun

Narri – Narro

und jetzt für Euch der Narrenmarsch und unsere Hansele.


----- Vorstellung Hansele -----

 
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